15. 12. 2017
Implantologie Praxis in der Marienstraße in der Südstadt

Die professionelle Zahnreinigung

Die häufigsten Erkrankungen der Mundhöhle sind Karies und Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Die Gingivitis ist der Vorläufer der Parodontitis (Zahnfleischentzündung mit Beteiligung des Knochens). Es entstehen die so genannten Zahnfleischtaschen. Ursächlich für beide Erkrankungen sind die weichen Zahnbeläge (Plaques-Mikrobielle Biofilme). Die Plaquebildung wird durch den Genuss von kohlenhydrathaltigen Speisen gefördert (vor allen Dingen Süßwaren, Weißbrot etc.).

Sollen die Zähne und das Zahnfleisch gesund bleiben, muss die Plaque in regelmäßigen Abständen entfernt werden. Als zuverlässiges Hilfsmittel zur Plaqueentfernung haben sich Zahnbürsten erwiesen. Häuft sich allerdings Plaque an, hat dies die Entzündung des Zahnfleisches zur Folge. Unter bestimmten Umständen breitet sich die Entzündung in tiefer liegende Gewebe aus und kann dort eine Parodontitis erzeugen. Parodontitis ihrerseits gilt erwiesenermaßen als Risikofaktor für Diabetes, Herzinfarkt und Schwangerschaftskomplikationen. Grund genug also, um – insbesondere bei Risikopatienten – Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Auch die immer weiter verbreiteten Implantate sind vor einer Parodontitis nicht geschützt.

In wissenschaftlichen Studien hat man den Verlust von Zähnen untersucht und ist dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Wurde eine Parodontitis nicht behandelt, verliert der Patient über einen Zeitraum von 10 Jahren 6 Zähne an dieser Erkrankung. Wenn der Patient nach der Behandlung der Parodontits durch einen Zahnarzt in ein professionelles Betreuungsprogramm aufgenommen wurde, konnte der Verlust auf ein Zahn in 10 Jahren reduziert werden.

Als erfolgreiches Konzept, um das Fortschreiten entzündlicher parodontaler Erkrankungen aufzuhalten, hat sich die Kombination von individueller Plaqueentfernung und professioneller Zahnreinigung (PZR) erwiesen. Aufklärung, Motivation und Instruktion der Patienten spielen dabei eine wichtige Rolle.
Viele Patienten glauben, nach der vollständigen Sanierung des Gebisses, selbstständig, ohne professionelle Hilfe, Parodont (Zahnhalteapparat) und Zähne durch „gute Mundhygiene“ schadenfrei halten zu können. Dies ist aber falsch, wie mehrere Untersuchungen mit aller Deutlichkeit zeigen. Die meisten Menschen in der zivilisierten Welt „putzen“ die Zähne, aber leider können dabei die Zähne nicht vollständig gereinigt werden.

Die neuesten Untersuchungen zeigen, dass Patienten, die eine komplexe Parodontitistherapie hinter sich hatten und sorgfältig in täglicher Mundhygiene trainiert wurden, innerhalb von sechs Jahren Rezidive (Wiedererkrankungen) zeigten, während bei Patienten, die neben dem Mundhygienetraining in regelmäßigen Intervallen sich einer professionellen Zahnreinigung und erneuter Motivation in der Zahnarztpraxis unterzogen, sich keine weiteren Destruktionsprozesse abspielten.
In mehreren Studien konnte nach gewiesen werden, dass durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) und Re-Motivation, während 30 Jahren bei Erwachsenen- unabhängig vom Alter- weder durch Parodontitis noch durch Karies in nennenswertem Umfang Zähne verloren gehen. Diese Studien unterstreichen die Bedeutung der professionellen Vorbeugung für die parodontale Gesundheit. Dies gilt auch für Zahnimplantate.

Neben sorgfältiger individueller Zahnreinigung ist die professionelle Unterstützung des Patienten mit Aufklärung, Instruktion und Zahnreinigung in regelmäßigen Abständen der Schlüssel zur Verhinderung von Karies und Zahnfleischerkrankung (Parodontitis).

Diese Erfahrungen können wir über einen langen Zeitraum in unserer Praxis bestätigen.

Literatur beim Verfasser

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